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April, April: Baarer Schüler müssen keine WCs putzen

2. April 2025
Keine Kompost-Toiletten, keine WC-putzende Schülerinnen und Schüler und kein natürlicher Dünger für die Grünflächen rund um die Schulen: Die Einführung von einfachen WC-Häuschen auf Pausenplätzen war ein Aprilscherz.

 

Der Gemeinderat freut sich, dass er die Baarerinnen und Baarer mit einem kleinen Scherz in den April schicken durfte. Auf den Social Media-Kanälen der Gemeinde sowie auf der Website waren die Kompost-Toiletten auf den Pausenplätzen der Baarer Schulen am 1. April ein grosses Thema. Natürlich werden weiterhin die Hauswarte die WCs in den Schulanlagen putzen. Auch eine natürliche Düngung der Grünflächen rund um die Schulhäuser wird es nicht geben. Der Gemeinderat dankt allen, die mitgelacht haben und wünscht einen schönen Frühling.

 

Der Gemeinderat freut sich über seinen Aprilscherz und wünscht einen schönen Frühling.

 

Das war unser Aprilscherz:

 

Die Baarer Schulen schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe: Kompost-WCs auf den Pausenplätzen lindern einerseits einen Notstand und dienen andererseits der Bildung gemäss Lehrplan 21.

 

15 Minuten Pause reichen nicht. So lautet die Reklamation vieler Schülerinnen und Schüler. Gemeint ist damit nicht, dass die Pause verlängert werden muss. Stattdessen fordern die Schülerinnen und Schüler mehr Toiletten. Denn in den Pausen bilden sich rasch lange Schlangen vor den WCs in den Schulhäusern. Und wenn das stille Örtchen endlich frei ist, läutet bereits wieder die Pausenglocke zurück zum Unterricht. «Wir haben die Schülerinnen und Schüler gehört», sagt Schulpräsident Vital Hotz. Verwaltungsübergreifend sei nach Lösungen gesucht worden, so Hotz. «Ein Ausbau der bestehenden WC-Anlagen ist nicht möglich», bedauert Bauvorstand Zari Dzaferi. «Dafür sind die Gebäude und die Leitungen nicht ausgelegt.» Kommt hinzu, dass auch die Hauswarte an ihre Grenzen kommen, müssten sie weitere WCs reinigen. «Ein Ausbau der bestehenden WC-Anlagen würde einen Personalausbau bedingen», bestätigt Sonja Zeberg-Langenegger, Vorsteherin der zuständigen Abteilung Liegenschaften / Sport. «Das kann nicht in unserem Sinn sein.»

 

Das Ei des Kolumbus haben die Abteilungen Soziales / Gesellschaft und Sicherheit / Werkdienst gefunden: eine einfache Kompost-Toilette, die von den Schülerinnen und Schülern selbst gereinigt wird. Der Clou: die Fäkalien werden direkt für die Düngung der Grünanlagen rund um die Schulen verwendet. «Uns ist es ein Anliegen, dass die Kinder und Jugendlichen erfahren, was gesellschaftliche Verantwortung heisst», sagt Barbara Schmid-Häseli, Vorsteherin der Abteilung Soziales / Gesellschaft. «Diese Verantwortung fängt beim kleinen und grossen Geschäft an.» Auch Hans Küng, Vorsteher der Abteilung Sicherheit / Werkdienst ist begeistert. «Für unsere Gärtner bedeuten diese Kompost-Toiletten eine willkommene Entlastung», erklärt er. «Zudem sparen wir teuren Kunstdünger.» Kein Wunder konnte sich auch Finanzvorstand Mark Gustafson sofort mit der Idee anfreunden. «Die Anschaffung einer Kompost-Toilette kostet uns rund 2000 Franken. Dank der vielen Einsparungen verdienen wir unter dem Strich gar an den einfachen WC-Häuschen.»

 

Zurück zur Einfachheit

Der finanzielle Aspekt steht für Schulpräsident Vital Hotz nicht im Vordergrund. Für ihn sprechen insbesondere pädagogische Gründe für die Einführung der Kompost-Toiletten. «Der Lehrplan 21 fordert, dass die Schulkinder Nachhaltigkeit, den Kreislauf der Natur und unseren Einfluss auf die Umwelt verstehen», erklärt er. «Das gelingt mit einer praktischen Anwendung viel besser als mit Theorie im Schulzimmer.» Geplant ist, dass jede Woche eine andere Klasse für die Reinigung des WC-Häuschens und für die Düngung der Pflanzen verantwortlich ist. Die Lehrpersonen werden in den nächsten Wochen eine Weiterbildung besuchen, um den Schülerinnen und Schülern neben der praktischen Arbeit auch die Theorie vermitteln zu können. Die Gemeinde Baar nimmt mit den neuen Kompost-Toiletten eine Pionierrolle wahr. «Es freut mich sehr, dass wir einmal mehr mit gutem Beispiel vorangehen», sagt Gemeindepräsident Walter Lipp. «Mir ist es als Entlebucher Bauernsohn wichtig, dass unsere Kinder Einfachheit lernen und im Einklang mit der Natur leben.»